Karl Ernst Osthaus Museum in Hagen

verfasst am 15. Februar 2022
von Martina Langel

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    Heute sind wir in Hagen. Ich besuche zwei Museen unter einem großen Glasdach. Auf der einen Seite steht eine alte Villa, auf der anderen Seite ein zeitgenössischer Bau aus Glas und Stahl. Mein Weg führt  in die alte Villa und schon beginnt eine Zeitreise.

    Osthaus Museum, Hagen

    Ping-Pong zwischen gestern und heute, Teil I

    Ich komme an viele Schnittstellen zwischen aktueller Zeitgeschichte und Vergangenheit. Es fühlt sich an wie ein Ping-Pong-Spiel zwischen damals und heute. Lassen Sie sich überraschen. Zwischen aufgeblasenen Riesensesseln aus Plastik und einem Innenhof mit Brunnen suche ich nach Orientierung.

    Emil Schumacher Museum, Hagen

     

    Alte Villa

    Die alte Villa kann durch eine besonders schön gearbeitete Glastür betreten werden, im Flur oder besser gesagt, im Foyer dahinter steht ein Brunnen. Das Wasser plätschert.

    Innenräume von Henry van de Velde

    Großzügig führt eine breite Treppe nach oben. Ich „schreite“ Stufe für Stufe hinauf, besuche einen großen Leseraum und die Bildergalerie. Von oben kann man durch eine Öffnung wieder auf den Brunnen schauen. Das ist überraschend gemacht und für ein Museum ungewöhnlich. Alle Holzarbeiten sind sehr genau gearbeitet und mit Liebe zum Detail entworfen. Dazu gehören auch die Arbeiten aus Schmiedeeisen.

    Karl Ernst Osthaus

    Nach diesem ersten Rundgang ein Blick auf den jungen Bauherrn, Karl Ernst Osthaus, keine 30 Jahre alt. Die Region war seine Heimat, er erbte ein großes Vermögen von seinen Großeltern und verwirklicht damit Ideen, die ihm wichtig waren.

    Karl Ernst Osthaus

    Er wollte den Menschen in seiner Stadt, die hart und viel im Kohlerevier arbeiten mussten, Gelegenheiten schaffen, Kunst zu erleben. Er war überzeugt, dass es gut ist. Er wollte eine große Bronzeplastik von Auguste Rodin zeigen. Dazu besuchte er ihn oft in seinem Atelier in Paris. Er kaufte ein Bild von Claude Monet und zeigte es in Hagen. Heute kennen viele Menschen die Bilder von Vincent van Gogh. Um 1900 war er unbekannt, man hat seine Bilder nicht gemocht und gekauft. Aber hier in Hagen konnte man sie schon öffentlich sehen. Nicht mal in Berlin gab es das. Ein kleiner Blick auf das so ungewöhnliche Sammeln von Kunstwerken, das der junge Karl Ernst praktiziert hat.

    Museum Folkwang, Henry van de Velde

    Die Sammlung wurde groß und berühmt. Gleichzeitig ließ er ein Museum bauen. Der erste Architekt für den Bau baute zeitgenössisch, eher altmodisch. Das ist die heutige Villa. Dann rief Osthaus einen neuen Gestalter nach Hagen, Henry van de Velde. Er arbeitet weiter und schuf das Gesamtkunstwerk, das bis heute jeden Besuch lohnt.

    Hohenhof, Wohnhaus Familie Osthaus

    Ping-Pong zwischen gestern und heute, Teil II

    Heute ist die Sammlung Folkwang seit 100 Jahren nach Essen verkauft und das Museum hat einen neuen Namen: Osthaus Museum. Was also wird ausgestellt, wenn alles verkauft wurde? Zeitgenössische Kunst wird in den Blick genommen. Herr Dr. Belgin, heutiger Leiter des Hauses, sorgt für viele Wechselausstellung zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler. Gerade gibt es Arbeiten von Sylvester Stallone zu sehen. Sie kennen ihn als Regisseur und noch nicht als Maler?

    Sylvester Stallone

    Malen ist der schnellste und reinste Übersetzer des Unterbewusstseins. (Stallone)

    Sigrid Sirgurdsson, Offene Archive

    Sehr beeindruckend ist das Offene Archiv von Sigrid Sirgurdsson. Sie arbeitet mit Erinnerungen und wendet sich in vielen Projekten der Zeit des Nationalsozialismus zu. Es werden gesammelte Objekte vorgestellt, Besucher können intuitiv etwas ergreifen, lesen und in Gedanken versinken. Die Sammlung wächst immer weiter. Weiterlesen lohnt unbedingt unter den Links. Ebenso lohnt schon deshalb ein Besuch des Museums.

    Sigrid Sigurdsson, Offenes Archiv

    Also hat das Haus eine lebendige Ausstellung, die weniges aus der ursprünglichen Zeit, aber vieles aus der Gegenwart vorstellt. Ein über Jahre laufendes inklusives Projekt erwähne ich als ein Beispiel für viele Verbindungen in die Stadtgesellschaft hinein.

     

    Emil Schumacher Museum

    Zurück im Eingangsbereich gehe ich noch schnell hinüber in den gläsernen Bau, der unten ein nachgestelltes Atelier von Schumacher zeigt. Er hat in Hagen gearbeitet. Viele Bilder voller Farbe und Ausdruckskraft sind hier zu sehen. Nach einem Rundgang bin ich voller Schwung und Energie obwohl der Regen überhaupt nicht aufhört.

    Mein Cafe-Tipp liegt 5 Minuten entfernt im Sparkassen-Karree: Cafe Stich mit köstlichem Kuchen und sehr nettem Service.

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