Magdeburg – unterschätzte Landeshauptstadt

verfasst am 6. September 2021
von Martina Langel

Inhaltsverzeichnis
[ausblenden]
    Liegestühle im Sand an der Elbe

    Strandbar am Elbeufer

    Ein gemalter Buntspecht in einem Mauerloch, Bezug zu den Mauerspechten an der innerdeutschen Grenze

    Berliner Mauer mit Mauerspecht, M.L.

    Ankommen

    Die Hauptstadt Sachsen-Anhalts, Ostdeutschland, Einfluss der Sowjetunion, Ottostadt… dies sind meine Eindrücke, als ich den Magdeburger Hauptbahnhof zum ersten Mal verlasse.
    Prunkvolle Bauten schmücken die Straßen, die man von dort aus fußläufig erreicht, Überreste der DDR. Kein Vergleich zu den mir bekannten „Altbauten“, die vielleicht 3 Etagen hoch und heute noch in den kleinen, eher hippen Vierteln mir bekannter westdeutscher Großstädte zu finden sind. Hier ist es nun ganz anders: die mächtigen, sehr schönen Bauten versprühen einen anderen Charme, sie machen große Straßen zu noch größeren Straßen, sie machen Eindruck, sozialistischer Klassizismus auf dem Silbertablett.

     

    Wohnhaus mit glatter Betonfassade, Spiegelwand davor. Darin die Türme des Domes

    Fassade mit Domtürmen

    Wohnhausfassade mit vorschwingenden Balkonen

    Modernes Bauen 90er Jahre

    Stadt im Wandel

    Kleine Säulen in verschiedenen Etagen im Innenraum des Domes

    Domchor von innen

    Die Stadt hat sich verändert. Der breite Weg, heute zur Hälfte eine klassische Ostdeutsche Fußgängerzone (Bahnschienen in der Mitte, breite Wege, flache Gebäude, in denen Geschäfte angesiedelt sind, dahinter Plattenbauten), sah früher ganz anders aus. Ein grausamer Bombenangriff am 16.01.1945, der als einer der verheerendsten Luftangriffe auf eine deutsche Stadt im 2. Weltkrieg gilt, zerstörte 60% der Stadt, die Innenstadt lag nahezu komplett in Trümmern. Nur wenige Ecken und Straßenzüge lassen heute noch vermuten, wie die Stadt früher ausgesehen haben könnte.

    Dom Innenraum, Lichtstrahlen in den Fenstern, viele kleine Säulen

    Magdeburger Dom, Blick nach Osten

     

    Kloster Unserer Lieben Frauen

    Das Kloster Unser lieben Frauen wird heute als Museum genutzt, hier finden auch Wanderausstellungen ihren Platz. Die Ausstellung Ostdeutsche Landschaften (Sven Johne) ist hier zur Zeit zu finden. Faszinierend sein Hinterherreisen eines Zirkus. Eine Reihe von Bildern voller leerer Plätze, auf denen zuvor der Zirkus gastierte. Man sieht plattgetretenen Rasen, Einsamkeit, Tristess. Später sind wir uns uneinig: Ist es unheimlich kunstvoll und bewegend, wie der Künstler einfängt, was die Faszination Zirkus zurücklässt? Die Vorstellung bleibt uns überlassen; über diese Plätze sind vor Stunden oder Tagen Löwen gewandelt, Clowns gestolpert und lachende Kinder gerannt. Oder ist es traurig, die ostdeutschen Landschaften, auf diese Weise zu porträtieren, wo doch der Flyer der Ausstellung eine ästhetische Reise andeutet?

    Was denken Sie? Was würden Sie erwarten, was würden solche Bilder mit Ihnen machen?

    Grüne Zitadelle

    Grüne Zitadelle

    Die grüne Zitadelle ist ein Werk von Hundertwasser. Eine grüne Oase mitten in der Stadt, so fröhlich, überraschend, immer wieder anders. Bäume wachsen aus Fenstern, jedes Fenster sieht anders aus. Kann so die Zukunft aussehen? Dachbegrünung ist heute immer öfter ein Thema, hat Hundertwasser unsere Zukunft gesehen? Kann man auf diese Weise Städte neu gestalten? Und wie kann es sein, dass solch wunderschöne Häuser nicht viel ansteckender sind? Waren Sie schon mal in einem Gebäude, entworfen von Friedensreich Hundertwasser?

     

    Was ging Ihnen dabei durch den Kopf?

     

    Grüne Zitadelle, Friedensreich Hundertwasser

    Es gibt noch so viel mehr zu entdecken, sei es der kleine Kerl im Dom, der einen Dorn aus dem Fuß eines Erzbischofs zieht, sei es das größte Wasserstraßenkreuz Europas; es lohnt sich!

     

    Otto-von-Gericke-Universität

    Kommentare
    Geschrieben von dnwebdesign am 3. Oktober 2021 um 12:58 Uhr

    Liebe Martina,

    ein toller Artikel, vielen Dank für die interessanten Eindrücke!

    Liebe Grüße
    Luca

    Kommentar schreiben

    Name:

    E-Mail-Adresse:

    Webseite:

    Kommentar: